Die Kunst der Kommunikation braucht nicht viele Worte. Manchmal schaffen es kurze Zitate, Mottos und Sprüche, über Kontinente und Generationen hinweg Brücken zu schlagen und Menschen zu verbinden. Über Papyrusrollen, durch mündliche Überlieferung oder als Internet-Memes haben sie sich in das kollektive Gedächtnis gebrannt.

Doch was verleiht diesen geflügelten Worten ihre Flügel? Wie schaffen sie es, als Motivationssprüche auf Postern, Tassen und Kissen zu landen? Wir haben fünf unserer beliebtesten Typografie-Designs ausgewählt und sind ihren Fährten durch Raum und Zeit gefolgt. Erfahre, warum diese Worte die Welt bewegen und finde dein ganz persönliches Mantra.

1. “Do what you love.”

Schon Konfuzius soll vor über 2.500 Jahren gesagt haben “Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten”. Diese antike Version von “Tu, was du liebst” klingt angesichts der komplexen Arbeitsmärkte unserer modernen Welt fast schon zu schön, um wahr zu sein.

Dabei können glücklich machende Aspekte der Arbeit die unterschiedlichsten Formen annehmen: Ob Kreativität, Selbstständigkeit, das Gefühl, etwas “mit den eigenen Händen” zu schaffen oder anderen zu helfen. Das neue Jahr ist die Gelegenheit, um neue Projekte anzustoßen und sich auf lang gehegte Träume zu besinnen. Und gibt es einen besseren täglichen Reminder als einen motivierenden Terminplaner?

 

2. “But first, coffee.”

Als der Kaffee im 17. Jahrhundert nach Europa kam, wurde er zum In-Getränk der Aufklärung. Anders als der berauschende Alkohol wirkte er als Wachmacher, der für einen klaren Kopf sorgt. Die morgendliche Tasse Kaffee mit Brot verdrängte sogar das bis dahin klassische deutsche Frühstück, die Biersuppe.

Die Wurzeln des “But first, coffee”-Memes lassen sich bis zu Dostojewskis “Die Brüder Karamasow” von 1880 zurückverfolgen, wo es hieß: “Ach, großer Gott! Warum sitzen wir so da, zuerst einmal – Kaffee, Julija! Glafira! Kaffee!” Auch 2018 brauchen wir hin und wieder einen kräftigen Schluck Motivation aus der Kaffeetasse. Den Schreibtisch aufräumen? Die Steuererklärung machen? Die Welt retten? Alles gut und schön, aber erstmal Kaffee.

 

3. “Stay hungry, stay foolish.”

Dieser Motivationsspruch ist durch eine Rede von Apple-Gründer Steve Jobs berühmt geworden, die er 2005 vor Stanford-Absolventen hielt. Er sprach darin unter anderem über die Entscheidung, sein Studium abzubrechen und stattdessen einen Kalligrafie-Kurs zu belegen, was er niemals bereut hat. Jobs appelliert an die Absolventen, weniger auf die Meinungen anderer Leute als auf ihre eigene Intuition zu hören.

Seine Rede schloss er mit den Worten “Stay hungry, stay foolish” – zitiert aus dem “Whole Earth Catalog” von Stewart Brand, den Jobs als Bibel seiner Generation bezeichnete. An der deutschen Übersetzung scheiden sich die Geister, und doch kommt die Botschaft an. Und zwar so laut und deutlich, dass wir uns gern jederzeit von Kissen mit Sprüchen erinnern lassen: Hört auf euer Bauchgefühl!

 

4. “Never stop exploring.”

Dass Reisen glücklich macht, bestätigen neben beliebten Sprichwörtern auch wissenschaftliche Studien. Da wir uns unterwegs nicht mit Wäschewaschen oder Rechnungen herumschlagen müssen, wirkt ein Urlaubstag viel erholsamer als ein freier Tag zuhause. In der Ferne lernen wir stattdessen, mit unerwarteten Situationen abseits unserer gewohnten Routine zurechtzukommen.

Spätestens dann, wenn du am Ende eines Tages mit sandigen Füßen, von Mücken zerstochenen Beinen und freudestrahlenden Augen ins Hotelbett (oder ins Zelt) fällst, wirst du das Gefühl nicht mehr missen wollen. Unsere wanderlustigen Notizbücher eignen sich übrigens hervorragend als Reisetagebuch oder als freundliche Erinnerung, deine Vitamin-Sea-Reserven mal wieder aufzufüllen.

 

5. “Easy like Sunday morning.”

Die Liebe ist manchmal alles andere als easy. “Easy Like Sunday Morning” wurde 1977 von Lionel Richie für seine Band Commodores geschrieben, 1992 von Faith No More und 2017 von Sky Ferreira gecovert. Der nunmehr 40 Jahre alte Song beschreibt das erleichternde Gefühl, das nach dem Ende einer beengenden Beziehung eintritt – der Protagonist fühlt sich “leicht wie ein Sonntagmorgen”.

Die Botschaft greift aber auch in andere Lebensbereiche. Sie inspiriert dazu, sich von gesellschaftlichen Erwartungen zu befreien und das zu tun, worauf man wirklich Lust hat. Und wenn es nur darum geht, den lieben langen Tag im Bett zu verbringen. Umgeben von gemütlichen Kissen, inspirierenden Worten, einer Kanne Kaffee und einem guten Gewissen.


Motivation für alle

Text: Valeria Sambale

 
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