Der schwedische Künstler Peytil lotet in seinen Arbeiten die Sprache der Kontraste aus. Dabei entstehen schwungvolle Illustrationen aus kräftig schwarzen Linien und soften Pastelltönen, Pop Art und surreale Kompositionen. Als kreativer Tausendsassa lässt er sich von Mode, Street Art, Surrealismus und Ikonen der Popkultur inspirieren. Mit seinem Bruder hat Peytil das Modelabel "Mouli" gegründet, dessen Philosophie auf Langlebigkeit und Schlichtheit der Schnitte und Materialien beruht. Das Ergebnis: Zeitlos schöne und lässige Kollektionen.

Neben Modedesign teilen die Brüder noch eine weitere Leidenschaft. Sie lieben die Malerei und das Spiel mit verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen. Die Begeisterung für Kontraste spricht aus jedem von Peytils Kunstwerken. Er zeigt uns einen Alltag in Stockholm, nimmt uns mit in sein Atelier und erzählt von seiner kreativen Arbeit.

Es gibt einige Songs, Filme, Bücher und Städte, auf die ich immer wieder zurückkomme.
Peytil

Was steckt hinter den Namen Peytil und Mouli?

Mouli ist der Spitzname einer Ex-Freundin meines Bruders. Sie waren zu der Zeit zusammen, als wir unser Label gründeten. Vemund versuchte sie in einer Bar zu beeindrucken, indem er mit Flaschen jonglierte, nur dummerweise traf sie eine davon am Kopf. Sie hatte eine ziemliche Beule und ihm tat es natürlich furchtbar leid.

Am nächsten Tag stickte er ihren Namen “Mouli” auf eine Mütze, mit der sie ihre Beule abdecken konnte… Das war unser erster Entwurf und die beiden sind auch später ein Paar geworden.

Und Peytil – so hat mich meine Mutter genannt, als ich klein war.

 

Erzähl uns doch ein bisschen mehr über die wiederkehrenden Motive (z.B. Rosen, Frauen) und Farben (z.B. Pastellrosa, Schwarz) in deinen Kunstwerken.

Die Rosen habe ich mal für eine Freundin designt, die in Stockholm eine schicke Modeladen-Kette namens Jackie betreibt. Sie hat die Prints im Eingangsbereich dekoriert. Die Menschen und Posen, die ich male, kommen aus unterschiedlichen Bereichen. Mal lasse ich mich von Musik, mal von Filmen, mal von bestimmten Orten inspirieren.

Letzten Sommer habe ich bestimmt 10-mal am Tag ”Tilted” von Christine and the Queens gehört. Alles, was ich in dieser Zeit an Kunst gemacht habe, ist aus diesem Song und dem Video entsprungen. Es gibt so einige Songs, Filme, Bücher und Städte, auf die ich immer wieder zurückkomme.

 

Wie hat sich dein Leben verändert, seitdem du in deinen Dreißigern bist?

Mit 20 war ich viel schneller und ungeduldiger. Ich hatte es ständig eilig und alles, was ich anpackte, musste sofort passieren. Heute mit 33 bin ich besser darin, Dinge zu planen und muss nicht sofort Ergebnisse sehen. Obwohl ich im Vergleich zu anderen wohl immer noch ziemlich ungeduldig bin.

Ich ging damals auch viel öfter aus. Heute habe ich einfach nicht mehr die Energie, um in Clubs zu feiern. Und ich finde, ein Kater ist der schlimmste Kreativitätsblocker überhaupt.

 

Worauf freust du dich dieses Jahr ganz besonders? Welche Projekte stehen an?

Ich arbeite gerade an ein paar Fotografie-Projekten, was mir total Spaß macht. I liebe es, Fotos zu machen. Daneben lerne ich viel über Videobearbeitung und Film. In Zukunft möchte ich mehr mit bewegten Bildern arbeiten.

Am meisten beschäftige ich mich jedoch mit Mouli und dem Design der Kollektionen, was auch eine sehr dankbare und spannende Aufgabe ist. Wir bauen gerade eine neue Plattform und einen Shop, also gibt es viel zu tun.

 
 
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