Maya Gürtler alias Pen & Ink lebt als Illustratorin und Tattoo-Künstlerin in Kopenhagen. Ihre detailreichen, in Schwarz und Weiß gehaltenen Designs drücken vor allem ihre Naturverbundenheit aus. Wir haben uns mit ihr getroffen und uns bei einem Kaffee über ihre Begeisterung für Stifte, ihre Faszination für wilde Wälder und die Rolle von Licht und Schatten in ihren Arbeiten unterhalten.

Was trinkst du am liebsten zur Happy Hour?

Ich trinke nicht viel Alkohol, aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich ein schönes Glas trockenen Champagner oder einen Espresso Martini nehmen (ich bin so ein Kaffeejunkie).

 

Du wohnst in Kopenhagen. Was gefällt dir am meisten am Leben in Dänemark und worauf könntest du verzichten?

Generell ist Dänemark ein großartiger Wohnort - besonders Kopenhagen, das eine alte Stadt ist und weder zu groß und noch zu klein. Ich liebe es, an so einem schönen Ort zu leben. Obwohl ich mitten in der Stadt lebe, sind die Küste und unzählige Wälder in greifbarer Nähe.

Allerdings liegt Kopenhagen auch ziemlich weit im Norden. Ich könnte ganz gut ohne die langen, nasskalten und dunklen Winter. Dafür haben wir aber auch echt schöne, lange und milde Sommerabende!

 

Warum bevorzugst du Stifte als Medium?

Ich mag die Einfachheit von Stift und Papier. Und um ehrlich zu sein, habe ich nicht genug Geduld für riesige Gemälde. Mit Stiften kann ich ganz viele Ideen schneller zu Papier bringen.

 

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Im Wesentlichen ist mein Stil ist sauber und schlicht. Meine Zeichnungen gehen fast schon in Richtung Grafikdesign, obwohl sie alle von Hand erstellt sind. Ich arbeite hauptsächlich mit Kreuzschraffuren und Geometrie. Ich liebe es, natürliche Subjekte in etwas anderes zu verwandeln, anstatt sie nur zu kopieren - sie in etwas Modernes und fast Digitales zu übersetzen.

 

Pflanzen und Tiere sind deine Lieblingsmotive. Woher kommt es, dass du so fasziniert von ihnen bist?

Ganz einfach gesagt: Ich liebe die Natur. Einen Großteil meiner Kindheit habe ich in den Wäldern Schwedens verbracht, weil meine Familie ein Haus dort hat. Da mein Vater Norweger ist, war ich auch viel in den norwegischen Bergen unterwegs. Wann immer ich eine Verschnaufpause oder Zeit zum Nachdenken brauche, zieht es mich in die Einsamkeit der Wildnis.

Wer oder was inspiriert dich und warum?

Ich lasse mich gern von anderen Künstlern inspirieren, aber vor allem auch von der Natur. Die Menschen um mich herum spornen mich dazu an, mich weiterzuentwickeln und am Ball zu bleiben, besonders dann, wenn meine Inspiration einen Tiefpunkt erreicht.

 

Erzähl uns doch ein bisschen mehr über deine Beziehung zu Tattoos.

Neben meiner Tätigkeit als Illustratorin mache ich auch eine Ausbildung als Tätowiererin. Ich finde es total schön, beide Welten zu vereinen. Sie befruchten sich sogar gegenseitig, zumal ich den Stil meiner Zeichnungen oft in die Tattoo-Designs einfließen lasse. Das Tattoo-Handwerk ist etwas Anderes und eine große Herausforderung - aber es macht so viel Spaß! Ein ziemlich cooles Gefühl ist das, wenn du deine eigenen Designs auf Menschen verewigst.

Welche sind die drei Dinge, ohne die du nicht leben könntest?

Ohne meine Bücher könnte ich niemals leben. Ich war schon immer ein begeisterter Leser und baue mir langsam aber sicher meine eigene Bibliothek auf. Ehrlich gesagt ist das Ganze ein bisschen aus dem Ruder gelaufen und nimmt nun einen Großteil meines Esszimmers ein. Ich brauche definitiv ein größeres Haus.

Zweitens könnte ich nicht ohne Musik leben. Folk, Country, Blues und alte Soul-Platten sind genau mein Ding. Ich höre immer Musik, wenn ich arbeite.

Drittens konnte ich nicht ohne meinen Hund leben. Ich habe ihn aus einem Tierheim in Griechenland adoptiert und er leistet mir immer Gesellschaft, wenn ich zu Hause arbeite. Ohne ihn wäre es manchmal ziemlich einsam und außerdem bringt er mich oft zum Lachen!

 

Wohin gehst du, wenn du abschalten möchtest?

Wenn ich einen klaren Kopf bekommen möchte, gehe ich raus in die Natur. Ich liebe es, in den wilden Wäldern rund um unser Haus oder an langen, einsamen Stränden spazieren zu gehen.

Licht oder Schatten?

Beides! Ich liebe das Licht, denn es belebt mich und gibt mir Energie. Wenn die Sonne scheint, blühe ich richtig auf. Aber auch der Schatten hat seine Reize, vor allem für den kreativen Prozess. Meine Arbeiten sind hauptsächlich ein Spiel mit Schatten, und dabei stoße ich oft auf die interessantesten Dinge.

 

Danke, Maya!

 
 
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